Grußwort zum Fest des Fastenbrechens

Grußwort zum Fest des Fastenbrechens

Liebe muslimische Schwestern und Brüder,

zum Ende des Fastenmonats Ramadan 1436 und zum Fest des Fastenbrechens am 17. Juli 2015 grüßen wir Sie sehr herzlich.

Es hat uns sehr beeindruckt, in welcher Konsequenz und Entschiedenheit viele Muslime die großen Herausforderungen der hochsommerlichen Fastenzeit bewältigt haben. Wir wünschen Ihnen sehr, dass Sie nicht nur die Entbehrungen dieser Zeit, sondern auch ihren besonderen Segen erfahren haben und erfahren werden.

Sehr herzlich bedanken möchten wir uns für die Gastfreundschaft vieler Moscheegemeinden bei den Iftar-Einladungen. Viele Gespräche herüber und hinüber waren so möglich. Das war in diesem so aufgeheizten Jahr in einer immer unsicherer erscheinenden Welt besonders wichtig.

Islamfeindlichkeit in manchen Kreisen der deutschen Bevölkerung, die sich in den antiislamischen Demonstrationen wie auch in den Anschlägen auf Moscheen ausdrückt, gefährdet das gute und friedliche Zusammenlebens in unserem Land.

Medial vermittelte Ereignisse im Ausland wie die Attentate in Frankreich, in Tunesien, der extremistische Terrorismus und vieles andere verstärken die schon bestehenden Feindbilder.

Ihnen ist es gelungen, diesen negativen Tendenzen Zeichen des guten Miteinanders, der friedlichen und freundlichen Gemeinschaft entgegenzusetzen und so Vorurteile abzubauen. Dass wir hier in Deutschland in relativem Frieden leben können, dazu haben auch Sie in diesen zurückliegenden Wochen beigetragen.

Und das ist ja auch das Ziel unserer Arbeit in den Dialogvereinigungen, die sich im KCID zusammengeschlossen haben.

„Wir haben gar keine Alternative zum Dialog. Unsere heutige Gesellschaft ist nicht homogen, sondern multiethnisch, multikulturell und multireligiös geprägt. Einen Grundbestandteil des interreligiösen Dialogs bildet denn auch die Fähigkeit, Differenz nicht zwingend überwinden zu wollen, sondern auszuhalten. Ohne gegenseitigen Respekt und die Bereitschaft vom anderen zu lernen wird es nicht gelingen, einen modus vivendi zu finden, der von allen Mitgliedern der Gesellschaft und nicht nur von einzelnen Gruppen getragen wird.“ – So die Schweizer Muslima und Islamwissenschaftlerin Rifa’at Lenzin im Interview mit der Jungen Kirche (2, 2015).

Jetzt liegen frohe festliche Tage vor Ihnen. Tage, an denen Sie mit Freude auf die überstandenen Prüfungen zurückblicken und die guten Gaben Gottes unbeschwert genießen können. Wir wünschen Ihnen schöne Stunden mit Ihrer Familie, Ihren Freunden, Nachbarn und mit den andern Muslimen in der Moscheegemeinde.

 

Für den Vorstand des KCID

Frieder Kobler