Grußwort zu Weihnachten 2016

Grußwort zu Weihnachten 2016

Der Vorstand des KCID wünscht allen Christinnen und Christen ein friedliches und besinnliches Weihnachtsfest im Kreise ihrer Familien, in Demut und Dankbarkeit für all das, was Gott gegeben hat und was er mit seiner Botschaft uns sagen will.

Wir leiten hiermit Worte von Ingeborg Schmitt-Hiba, der stellvertretenen muslimischen Vorsitzenden der CIG Karlsruhe, an Sie weiter, denen wir uns gerne anschließen:

Leider sind wir wieder einmal von einem furchtbaren, menschenverachtenden, hinterhältigen Anschlag erschüttert worden. Mehrere Menschen sind bei dem Anschlag in Berlin getötet worden und etliche wurden schwer verletzt. Es ist zu befürchten, dass es wieder einmal ein als Flüchtling zu uns gekommener Mensch war, der das Gastrecht und das Asylrecht, die sowohl im Christentum als auch im Islam einen sehr hohen ethischen Wert haben, auf das Schlimmste missbraucht hat. Seien wir mit unseren Gedanken und mit unseren Gebeten bei den Familien der Opfer und bei den Verletzten. Möge Gott die Verletzten wieder gesund machen und möge Er den Familien der Toten Trost schenken.

Weihnachten ist für die Christen die Zeit der Hoffnung, des Vertrauens und der Dankbarkeit. Jesus wurde geboren, der die Botschaft des Friedens in die Welt brachte. An dieser Botschaft müssen wir aber alle arbeiten, damit sie Bestand hat. Und so schwer es auch manchmal ist, das Vertrauen in Gott dürfen wir nie verlieren. Sehr schön drückt das Dietrich Bonhoeffer in seinem Gedicht aus:

1. Von guten Mächten treu und still umgeben,
behütet und getröstet wunderbar,
so will ich diese Tage mit euch leben
und mit euch gehen in ein neues Jahr.

3. Und reichst du uns den schweren Kelch, den bittern
des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand,
so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern
aus deiner guten und geliebten Hand.

5. Lass warm und hell die Kerzen heute flammen,
die du in unsre Dunkelheit gebracht,
führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen.
Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht.

7. Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Gott umfasst und tröstet uns, auch wenn wir das im Moment nicht so empfinden. Gott ist immer mitten unter uns. Er hat uns gezeigt, dass er uns auch in der größten Not nicht allein lässt, er hat uns gezeigt, was Nächstenliebe ist, er hat uns gezeigt, was Verzeihen heißt und wie weit es gehen kann. Er hat uns das Paradies versprochen, ein Ort, an dem es kein Leid, keine Angst, keine Gewalt und keinen Tod mehr gibt. Wir schöpfen Hoffnung aus seiner Botschaft. Und das ist oft alles, was wir haben. Und das ist oft sehr viel.