Tagung „Christlich-islamischer Dialog in der Kritik – Erfahrungen, Strategien, gesellschaftliche Präsenz“

Tagung „Christlich-islamischer Dialog in der Kritik – Erfahrungen, Strategien, gesellschaftliche Präsenz“

Freitag, 8. Oktober 2004 bis Sonntag, 10. Oktober 2004

Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Stuttgart-Hohenheim

Der christlich-islamische Dialog wird derzeit stärker denn je hinterfragt. Oft fällt das Schlagwort „naiver Dialog“, zu dessen vermeintlichen Merkmalen Blauäugigkeit, Beliebigkeit bei der Auswahl von Gesprächspartnern und eine Profilschwäche beider Seiten gehören. Kirchenleute, Politiker und andere gesellschaftlichen Akteure sind daher nicht selten verunsichert, in welchem Maße und auf welche Weise sie auf Muslime zugehen sollen.

Auch wenn viele Dialogaktivitäten in den letzten Jahren intensiviert wurden, gibt es weder bei den Kirchen und den islamischen Verbänden noch bei den zahlreichen unabhängigen Dialoginitiativen eine einheitliche Strategie für den Dialog. Manche Beobachter meinen Anzeichen dafür zu erkennen, dass sich die Kirchen seit dem 11. September und als Reaktion auf die Kritik am Dialog eher zurückziehen. Auf muslimischer Seite fehlt es oft an Strukturen und personellen Ressourcen, die für eine Intensivierung der Aktivitäten nötig wären. Viele Politiker sehen zwar die gesellschaftliche Relevanz interreligiöser Dialoge, aber nur wenige wagen es, ihre öffentlichkeitswirksamen Stellungnahmen für den Dialog auch in die Tat umzusetzen.

Gerade in dieser Situation ist ein „Dialog über den Dialog“ gefragt: Wo ist Kritik am Dialog berechtigt und wie lässt sich daraus für den Dialog lernen? Was kann man wirksam gegen eine Verzerrung der Anliegen und Aktivitäten im interreligiösen Dialog tun? Wodurch kann die Lobby für den christlich-islamischen Dialog gestärkt werden? Welchen Beitrag können interreligiöse Dialoge für Gesellschaft, Wirtschaft und Politik leisten? Wo gerät der Dialog auch an seine Grenzen?

Zielgruppe der Tagung sind Muslime und Christen, die in verschiedenen Begegnungs- und Dialoginitiativen tätig sind oder nach Möglichkeiten suchen, wie sich ein solcher Dialog gestalten lässt. Darüber hinaus sind alle, die an einer vertieften Begegnung zwischen Christen und Muslimen interessiert sind, herzlich eingeladen