Deutscher Pfarrer aus Istanbul zur Lage der Christen in der Türkei

Deutscher Pfarrer aus Istanbul zur Lage der Christen in der Türkei

Nollmann

Bei der vom KCID organisierten, gut besuchten Kirchentagsveranstaltung „Als Christ in Istanbul, als Muslim in Deutschland“ berichtete der Pfarrer der deutschsprachigen evangelischen Gemeinde in Istanbul, Holger Nollmann, über seine Arbeit und über die Lage der Christen in der Türkei.

Als aufgeheizt erlebt er die Situation in der Türkei, auch Wochen nach den Morden an drei Christen in Malatya. Kampagnen, die sich verbal gegen christliche Missionare richteten, hätten junge, radikalisierte Leute zu Morden an Christen verleitet.

In der Theologie der islamischen Fakultäten dagegen beobachtet er eine deutliche Öffnung. Nirgendwo in der islamischen Welt werden hermeneutische Fragen so offen diskutiert wie an der Universität Ankara. Dies hat positive Auswirkungen auf islamische Theologie auch in Deutschland.

Nollmann hofft, dass verbesserte christlich-islamische Beziehungen in Deutschland auch auf die Situation von Christen in der Türkei ausstrahlen. Im Zusammenhang mit der Annäherung an die Europäische Union wurde bereits die türkische Gesetzgebung so geändert, dass künftig neue Kirchen und Synagogen gebaut werden können. Freilich lässt die konkrete Umsetzung noch auf sich warten.

Im zweiten Teil der Veranstaltung sprach der muslimische Vorsitzende des KCID, Murat Aslanoglu, von seinen Erfahrungen als Muslim in Deutschland.